{"id":162,"date":"2012-10-15T09:38:02","date_gmt":"2012-10-15T09:38:02","guid":{"rendered":"http:\/\/kellertheater-lindenhof.ch\/content\/?page_id=162"},"modified":"2020-10-11T18:21:55","modified_gmt":"2020-10-11T18:21:55","slug":"der-lindenhof","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kellertheater-lindenhof.ch\/content\/?page_id=162","title":{"rendered":"Lindenhof"},"content":{"rendered":"<p><em>Es handelt sich hier um den Originaltext aus dem Buch \u201eDas B\u00fcrgerhaus in der Schweiz\u201c Band V, Kanton Bern, 1. Teil, 2. Auflage. Der Text ist nur bis 1941 nachgef\u00fchrt. Daher ist der Text auch in einem speziellen Deutsch abgefasst.<\/em><\/p>\n<p>Durch trotz seiner Einfachheit durchaus herrschaftliche Anlage zeichnet sich der seit 1888 Herrn Notar Gottfried Schmalz geh\u00f6rige \u201eLindenhof\u201c auf dem Spycherm\u00e4tteli vor dem 1906 abgerissenen Bieltor aus. Das Haus steht in einem Garten auf einer Terrasse, etwas erh\u00f6ht an der Landstrasse, und ist aus Mauerwerk aus Bruchstein (Tuff, Ziegel, Nagelfluh usw.) aufgef\u00fchrt. Vom weissen Kalkverputz heben sich die Armierung der Hausecken, sowie die T\u00fcr- und Fensterumrahmungen aus grauem Solothurnstein vorteilhaft ab. Die Einf\u00f6rmigkeit des Daches wird durch die drachenartigen Wasserspeier gemildert.<\/p>\n<p>Auch das Innere zeichnet sich durch die vielen Bauten aus dem Anfang des XIX. Jahrhunderts eigent\u00fcmliche Kahlheit aus; die mit Sandsteinfliesen belegten G\u00e4nge und das Treppenhaus entbehren jeglicher Verzierung. Die ger\u00e4umigen, zum Teil jetzt unterschlagenen Zimmer erhalten mehrfach noch alte grossmusterige Tapeten. Soweit sie nicht weiss vert\u00e4fert sind; beachtenswert sind einige grosse weisse Kachel\u00f6fen mit steil-preti\u00f6ser Blumenmalerei in schwarzer Farbe. An der Nordseite des Hauses ist eine ger\u00e4umige Holzlaube mit offenem Ausgang im Erdgeschoss angebaut, an dessen Ende sich die Aborte befinden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kellertheater-lindenhof.ch\/content\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Stadtplan+Lindenhof.png\" alt=\"\"><\/p>\n<p>Der Grundstein des Geb\u00e4udes soll schon zu Ende des XVIII. Jahrhunderts der 1808 verstorbenen aus Hindelbank geb\u00fcrtige B\u00e4renwirt und Amtsstatthalter Franz Rupp zu B\u00fcren gelegt haben. Infolge der hereingebrochenen schlimmen Zeiten blieb dann der Bau stecken; nach dem Tode von Rupp gelangte die Liegenschaft zu verschiedenen Teilen an Verwandte seiner Frau, einer geborenen Kohler aus B\u00fcren. &nbsp;Durch Auskauf der \u00fcbrigen Erben vereinigte in den Jahren 1815 bis 1818 der Adjutant-Major und Weinnegotiant Johann Samuel Kohler alle Teile in seiner Hand. In den Kaufvertr\u00e4gen, die er zusammen mit seinem Bruder, dem Dragonerhauptmann und Weinnegotianten diesbez\u00fcglich mit den Kindern des Helfers Rudolf Stephani und mit seinen weiteren Verwandten Grossrat Friedrich Kohler, Handelsmann in Bern, und dessen Geschwister abschloss, ist von \u201eneuen, noch nicht ganz ausgebauten Geb\u00e4ude\u201c die Rede; ebenso im Tauschvertrag vom 1. September und 2. Oktober 1818, vermittelst welchen er auch den 1815 erkauften Anteil seines Bruders Karl Ludwig an sich brachte. F\u00fcr ihre Weinhandlung und zugleich als Wohnhaus m\u00fcssen also die Gebr\u00fcder Kohler, die einer der angesehensten und beg\u00fctertsten Familien des St\u00e4dtchens entstammten, zusammen mit den \u00fcbrigen Mitbesitzern den Bau in den obenerw\u00e4hnten Jahren ausgef\u00fchrt haben; dass er von Anfang an zu Weinhandlungszwecken bestimmt wurde, beweisen die beiden grossen ungew\u00f6hnlich hohen gew\u00f6lbten Keller mit Sandsteinbelag am Boden. Die Annahme, dass der erst am 8. Oktober 1863 als Oberstleutnant verstorbene Weinh\u00e4ndler Johann Samuel Kohler den Bau&nbsp; des Hauses als Alleinbesitzer desselben zu Ende gef\u00fchrt hat, best\u00e4rkt eine im Dachstuhl aufgemalte Jahrzahl 1822. Nach seinem Tode ging der Lindenhof an seine Witwe Frau Marg. K. geborene in Kissling \u00fcber, deren Erben es nach ihrem 1883 erfolgten Ableben dem heutigen Besitzer verkauften.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"width: 563px; height: 877px;\" src=\"http:\/\/kellertheater-lindenhof.ch\/content\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Querschnitt-Lindenhof.png\" alt=\"\"><\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Medicus Doktor Alexander Kohler (Vorbild Gotthelfs Landarzt im Werk &#8222;Anneb\u00e4bi Jow\u00e4ger&#8220; wohnte und praktizierte im Lindenhof.<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-rounded\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"724\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/kellertheater-lindenhof.ch\/content\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Geschichte-Lindenhof-II-724x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2830\" srcset=\"https:\/\/kellertheater-lindenhof.ch\/content\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Geschichte-Lindenhof-II-724x1024.jpg 724w, https:\/\/kellertheater-lindenhof.ch\/content\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Geschichte-Lindenhof-II-212x300.jpg 212w, https:\/\/kellertheater-lindenhof.ch\/content\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Geschichte-Lindenhof-II-768x1086.jpg 768w, https:\/\/kellertheater-lindenhof.ch\/content\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Geschichte-Lindenhof-II.bmp 827w\" sizes=\"auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es handelt sich hier um den Originaltext aus dem Buch \u201eDas B\u00fcrgerhaus in der Schweiz\u201c Band V, Kanton Bern, 1. 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