Theater und Saisoneröffnung mit Joachim Krol

Freitag, 18. Oktober 2013, 20.15 Uhr

Dauer ca. 90 Minuten

Joachim Krol liest „Den Urfaust“ als virtuoses Solo.

Der international renommierte Film- und Fernsehschauspieler schenkt dem Kellertheater Lindenhof Büren a. A. zur Neueröffnung des Theaters diesen besonderen Abend. Joachim Krol liest nicht nur, er spielt alle Personen, den zerrissenen Faust, das süsse Gretchen, den düsteren Mephisto. Der Urfaust, Goethes erster Entwurf von 1775 fesselt nicht zuletzt durch die Verdichtung auf die „Gretchen-Tragödie“. Joachim Krol wird mit seiner Ausstrahlung und seinem lebendigen Stimmenspiel einen unver- gesslichen Abend bereiten.

Joachim Krol bekannt als „TV Kommissar Brunetti“ in den Verfilmungen der Krimis von Donna Leon, dem Tatort als Kommissar Frank Steier, und begeisterte auch in den Filmen „Der bewegte Mann“, „Superweib“, „Zugvögel“, „Ein Leben für ein Leben“, uvm., unzählige Kinobesucher.

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Habe nun ach …….

Der URFAUST – Keimzelle zur zweiteiligen Faust-Tragödie

Der „Urfaust“ ist ein Fragment, das Goethe als Entwurf zum 1. Teil des „Faust“ diente und das er teilweise wörtlich in die große Dichtung von 1806 integrierte. Entstanden als Jugendwerk zwischen 1772 und 75, las er den Text nach seiner Ankunft am Weimarer Hof im kleinen Kreis der Hofgesellschaft unter viel Applaus vor. Das Fräulein v. Glöchhausen erbat die Erlaubnis, das Stück abschreiben zu dürfen. Diese einzig erhaltene Abschrift wurde 1887 wiederent-deckt. Sie bildet die Grundlage unserer Kenntnis des Fragments. Es fehlen in der Handlung die später für „Faust“ geschriebenen Szenen von Fausts Selbstmordversuchung, der Osterspaziergang mit Wagner sowie Begegnung und Pakt mit Mephistopheles. Der Teufel steht hier unvermittelt und ohne szenische Begründung in der Rolle eines Professors im Raum und unterweist ein studentisches Greenhorn: Die sogenannte Schülerszene als Uni-versitätssatire. Es folgt unmittelbar und ohne Verabredung eines Aufbruchs in die Welt zwischen Faust und Mephisto die Szene Auerbachs Keller in Leipzig: Studenten-Saufseligkeit und zugleich Fausts erster Schritt in die Niederungen des Lebens unter Anleitung seines neuen Ver-Führers. Wir überspringen sie, da sie ohne detaillierte Kenntnis der zeitgenössischen Anspielungen – Goethe hatte in Leipzig studiert – schwer nachzuvollziehen ist. Fausts Verjüngung in der Hexenküche wiederum fehlt im „Urfaust“, so dass wir das ungleiche Gespann sofort auf dem Wege zu Gretchen erleben. In der fast vollständigen Gretchen-Tragödie, die auf dem aktuellen Fall einer Frankfurter Kindsmörderin basiert, fehlen nur die Stationen Valentins Ermordung und Fausts Flucht in die Walpurgisnacht. Ohne Übergang wird Faust mit der zum Tode verurteilten und inhaftierten Geliebten konfrontiert. Da dem Fragment auch noch die Einbettung in das Vorspiel auf dem Theater, also die Wette zwischen Gott und Teufel, wer von ihnen Faust auf seiner Seite buchen könne, fehlt, geht es direkt mit dem nächtlich sinnenden Protagonisten los.

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